Freude am Spielen

Klavier-Ausstellung auf 1600 m² direkt neben der Dresdner Frauenkirche.
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Sächsische Zeitung - Klaviere unterm Hammer

Klaviere unterm Hammer

Sächsische Zeitung, Ausgabe vom 12.09.2005, von Ute Himmer.

Dürrröhrsdorf. Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten hieß es bei der 2. Versteigerung des Piano-Salons.

Ein wahlloses Durcheinander von angespielten Melodien, Tonleitern, hohen und tiefen Tönen dringt am Sonnabendnachmittag aus dem Festsaal des Piano-Salons in Dürrröhrsdorf nach draußen. „Probespielen ist extra erwünscht“, klärt Bert Kirsten auf, einer der beiden Geschäftsführer des Salons. Denn das Unternehmen veranstaltet seine 2. Klavierversteigerung. Die Interessenten schauen von Instrument zu Instrument, studieren die Steckbriefe samt Einstiegspreis, spielen ein paar Takte an und machen sich auf kleinen Zetteln Notizen. So auch der 13-jährige Tom, der ein Klavier möchte. Mit Cousine und Oma ist er extra aus Radeberg hergekommen. „Wir sind ein wenig aufgeregt“, gesteht die Oma. Nicht nur, weil sie die Tochter vertritt, die verhindert ist. Es ist die erste Teilnahme an einer Versteigerung. Zu Hause haben sie etliche Klaviere schon per Internet angeschaut. Aber das hier sei doch etwas anderes.

Ein paar Schritte weiter berät Sandra Kirsten ein junges Paar. Die Dresdner erkundigen sich nach Transportmöglichkeiten. „Die Schwester sucht ein Klavier“, erklärt Henriette Lätsch. Ihr Mann Albrecht greift derweil in die Tasten, lauscht dem Klang, schreibt etwas auf einen Zettel. Wie er die Instrumente prüft, sieht sehr fachmännisch aus. „Meine Frau und ich haben Musik studiert“, verrät Lätsch. Insgesamt 43 Klaviere einschließlich einiger Keyboards stehen zur Wahl, sagt Kirsten. „Es sind weit über 100 im Lager. Das verursacht Kosten. Es wäre schön, wenn es einige Instrumente weniger würden“, wünscht er sich. Im vorigen Jahr bei der ersten Versteigerung haben 26 Klaviere die Besitzer gewechselt.

Ab 100 Euro geht es an diesem Sonnabend zur Sache. 750 Euro ist der Einstiegspreis für ein Förster-Piano, das die Nummer 12 trägt. Dieses hat es vielen angetan.

Als der Beginn der Versteigerung heranrückt, trägt sich Toms Oma in die Bieterliste ein und nimmt mit den Kindern auf den Stühlen Platz. Auch die Lätschs haben sich eine Bieterkarte geholt. „Ohne die kann man nicht mitsteigern“, klärt Sandra Kirsten eine Familie auf, die noch schnell hereinkommt. Um 14 Uhr wird es plötzlich still im Saal. Es herrscht eine gespannte Atmosphäre. Jetzt ist André Ebert an der Reihe. Er kommt vom Amtsgericht Pirna und ist der Auktionator. Von jedem Instrument, das er aufruft, werden ein Bild sowie die Daten wie Baujahr und Einstiegspreis an die Bühnenwand des Festsaales projiziert. Kirsten spielt jedes Klavier nochmals an.

Das erste wechselt für 105 Euro den Besitzer. Unspektakulär geht es weiter. Auf die Frage, wer mehr bietet, gibt es keine Antwort. Kein weiterer Arm mit der Bieterkarte schnellt hoch. Auch nicht bei der Nummer 6. Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten fällt der Hammer zugunsten des Angebots von Toms Oma. Und der Enkel strahlt über das ganze Gesicht. Als die Nummer 12 an der Reihe ist, hat der Auktionator zum ersten Mal richtig zu tun. Denn die elf vorhergehenden Instrumente sind entweder zum Einstiegspreis, etwas darüber oder gar nicht an den Mann oder die Frau gebracht worden. Aber bei dem Förster-Piano ist es anders. Eberts Worte, „750 Euro ist der Einstiegspreis – wer bietet mehr?“, werden gleich mit neuen Angeboten beantwortet. Die Spannung steigt, und auch der Preis klettert in die Höhe. Jeder der Interessenten will den anderen überbieten. Kaum hat einer eine neue Offerte abgegeben, wird er von anderen übertroffen.

1 070 Euro für Förster-Piano

Die anfangs vorgeschlagenen Fünf-Euro-Schritte sind bald durch Zehner-Schritte ersetzt. Bei 1 070 Euro fällt für eine Familie, die sich schon vorher sehr für das Klavier interessierte, Eberts Hammer. Dann geht es wieder fast gemächlich weiter. Bei der Nummer 20 ist für Albrecht Lätsch der Moment gekommen. Er bietet mit und ist der Sieger. Viele Interessenten gibt es auch beim nächsten Instrument. Schließlich setzt sich ein Mann durch, der schon bei dem Förster-Piano mitgeboten hatte. Er ist sichtlich erleichtert. Allmählich leeren sich die Stuhlreihen. Die Leute, die erfolgreich waren, wickeln an einem Tisch das Geschäftliche ab, andere verlassen den Saal. So gibt es für die Nummer 30 keine weiteren Bieter außer Albrecht. Der junge Mann ist überglücklich. „Wir haben mehr bekommen, als wir wollten“, fasst er den Nachmittag zusammen und verlässt freudestrahlend mit seiner Frau den Festsaal.

Als die Nummer 43 durch ist, packt auch der Auktionator seine Sachen zusammen. Zwölf Instrumente hat Kirsten losbekommen. Er ist zufrieden.

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