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Auf Canalettos Spuren im Coselpalais

Auf Canalettos Spuren im Coselpalais

Dresden – 06. April 2017. Prof. Dr.-Ing. Raimund Herz, Emeritus für Stadtbauwesen an der Technischen Universität Dresden, führte heute Abend in seiner Vortragsveranstaltung die Gäste im DRESDNER PIANO SALON auf die Spuren von Canaletto im Coselpalais. Canaletto wirkte in Dresden als Maler länger als in jeder anderen Stadt und verbrachte hier nach eigener Aussage seine glücklichsten Jahre.

Die Vortragsveranstaltung im Festsaal des Coselpalais stand ganz im Zeichen der Baugeschichte des Palais und seines wohl berühmtesten Bewohners, des venezianischen Vedutenmalers Bernardo Bellotto, genannt Canaletto.

Zunächst gab der ehemalige Landeskonservator Prof. Dr. Gerhard Glaser eine Einführung „Zur Wiedergewinnung eines historischen Ortes“ nach der Totalzerstörung des Coselpalais im Februar 1945. Dann präsentierte der Emeritus für Stadtbauwesen Prof. Dr.-Ing. Raimund Herz die jüngsten Ergebnisse seiner bauhistorischen Nachforschungen über Canalettos Wohn- und Arbeitsetage, die dieser im Juni 1747 bezog und, mit einer dreijährigen Unterbrechung während des Siebenjährigen Krieges, bis Ende 1766 bewohnte.

Canaletto war auf Vermittlung von Graf Brühl eine Dienstwohnung über das gesamte dritte Obergeschoss mit einer Nutzfläche von ca. 300 m² in der Salzgasse hinter der Frauenkirche im sogenannten Caesarschen Haus zugewiesen worden. Anhand einer unlängst in Vilnius von der polnischen Kunsthistorikerin Ewa Manikowska entdeckten, von Canaletto 1762 angefertigten Liste der Schäden, die ihm bei der preußischen Bombardierung Dresdens im Juli 1760 entstanden waren, lässt sich, in Verbindung mit Gebäudegrundrissen aus späterer Zeit, die Lage und Nutzung sämtlicher Räume bestimmen, seine Repräsentations- und Privaträume sowie sein Atelier nebst Druckwerkstatt.

Unmittelbar nach Ende des Siebenjährigen Krieges erwarb Reichsgraf Friedrich August von Cosel das Caesarsche Haus und zwei Jahre später auch die Brandstelle des Knöffelschen Nachbarhauses, auf dessen Grundmauern er im Jahr 1766 mit dem Anbau der Schauseite seines Palais und der beiden Flügelbauten begann. Canaletto hat wohl in seinen letzten drei Jahren Miete an Graf Cosel gezahlt – und im Jahr vor seiner Abreise nach Warschau auf einer Baustelle gelebt.

Beim Wiederaufbau des zerstörten Coselpalais wurde der historische Innenhof überbaut, der sich seit Canalettos Zeiten erhalten hatte. An der Westseite dieses Innenhofes lag das barocke Treppenhaus, das schon Canaletto benutzte. Es wurde originalgetreu, vom Erdgeschoss bis in das erste Obergeschoss, rekonstruiert und dient heute der internen Verbindung zwischen den beiden Etagen des DRESDNER PIANO SALON (siehe Abbildung).

Eine ausführliche Darstellung der Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Herz wird im Jahrbuch 2017 „Die Dresdner Frauenkirche“ unter dem Titel „Auf Bellottos Spuren im Coselpalais“ erscheinen. Auf der Homepage der Carl Heinrich von Heineken Gesellschaft findet sich unter www.Carl-Heinrich-von-Heineken.de ein early bird des Aufsatzes als pdf-Datei.

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