FREUDE AM SPIELEN

Klavier-Ausstellung auf 1600 m² direkt neben der Dresdner Frauenkirche.

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Saechsische Zeitung - Klavierbaumeister schuettet Wasser in teure Flügel

Klavierbaumeister schüttet Wasser in teure Flügel

Sächsische Zeitung, Ausgabe vom 13.06.2012, von Olaf Becker.

Der Dresdner Bert Kirsten hat ein Gerät entwickelt, das in Flügeln für eine optimale Luftfeuchte sorgt.

Dresden. Der Klavierbaumeister Bert Kirsten steht mit einer Gießkanne neben dem Flügel und schüttet Wasser in das kostbare Instrument. Doch glücklicherweise kippt der 46-Jährige das Nass nicht direkt in das wertvolle Gerät, sondern in eine Kiste, die sich im Flügel befindet. Diese reguliert die Luftfeuchte und sorgt bei Pianos für Wohlfühlwerte.

Denn im Winter kann die Luft sehr trocken werden. Dabei brauchen die Tasteninstrumente Luftfeuchtewerte von 50 Prozent. Sonst treten schnell Schäden auf. So kann zum Beispiel der Resonanzboden, der die Schwingungen der Saiten verstärkt, reißen.

Um dies zu verhindern, hat Bert Kirsten kürzlich den Piano-Klimat erfunden. Diese kleine schwarze Kiste wird in den Flügel eingebaut und mit Wasser befüllt. Dabei gibt es zwei Varianten. Entweder man kippt das Nass direkt in den Kasten oder schüttet es zuerst in einen Beutel, der danach in das Gerät eingesetzt wird. „Dies hat den Vorteil, dass die Kunden den Flügel nicht ruinieren, wenn sie mal etwas danebenschütten“, erklärt Kirsten.

Ist der Piano-Klimat mit Wasser gefüllt, befeuchtet er die Luft. Da das elektrische Gerät gleichzeitig den Deckel des Flügels erwärmt, entsteht auch kein Kondenswasser. Dies war beim amerikanischen Vorgänger noch ein Problem gewesen. Natürlich kann der Piano-Klimat die Luft auch entfeuchten. Doch dies ist beim deutschen Klima in der Regel nicht notwendig.

Wer sich für den Piano-Klimat interessiert, kann im Klavierfachgeschäft von Bert Kirsten an der Frauenkirche Dresden nachfragen. Das Gerät ist aber nicht ganz billig. Bis zu 770 Euro muss der Kunde dafür bezahlen. Für Klaviere genügt eine einfachere Version, die 145 Euro kostet und bereits seit drei Jahren auf dem Markt ist.