FREUDE AM SPIELEN

Klavier-Ausstellung auf 1600 m² direkt neben der Dresdner Frauenkirche.

logo
Sächsische Zeitung - Dixieland-Festival lässt sich den Marsch blasen

Dixieland-Festival lässt sich den Marsch blasen

Sächsische Zeitung, Ausgabe vom 17.10.2013.

Statt mit dem traditionellen Umzug endet das Dresdner Jazz-Spektakel nächstes Jahr mit einer Brassband-Parade.

Die Zeiten der sich durch Dresden windenden Lastwagen-Kolonne sind vorbei, es wird zu Fuß gegangen. Zumindest beim Finale des Dixieland-Festivals im nächsten Mai. Wie Festivalchef Joachim Schlese gestern erklärte, ersetzt eine Brassband-Parade den bislang üblichen Umzug, bei dem etliche Trucks als rollende Bühnen für diverse Bands durch die Innenstadt zuckeln.

„Der Aufwand dafür war riesig“, sagt Schlese. „Von der Stellprobe in der Messe bis hin zur Organisation des reibungslosen Ablaufs.“ Zudem würden den Festivalmachern 50.000 Euro in der Kasse fehlen – das Minus habe sich durch den Wegfall des Kulturpalastes, der einstigen Hauptspielstätte, ergeben. Man müsse also nach neuen Wegen suchen und mache jetzt aus der Not eine Tugend. Schlese: „Es gab durchaus auch Kritik am Umzug, weil man hinter den Ladebordwänden der Trucks die Musiker schlecht sehen und generell nicht nah genug rankommen konnte.“ Beides schließe sich bei der Brassband-Parade, bei der Musiker und Fans gemeinsam durch die Stadt marschieren würden, aus. „Wie beim großen Vorbild in New Orleans tanzen und swingen jetzt auch bei uns alle vereint.“ Erhoffter Nebeneffekt: Mit derartig zelebrierter Lebensfreude will man mehr junges Publikum anlocken.

Ähnliches verspricht sich Schlese von zwei neuen Programmpunkten. So findet am 14. Mai erstmals ein Boogie-Konzert im Pianosalon statt, das Rundkino wiederum wird am 17. Mai zur Bühne für „Brassbands im Konzert“, Battle und Session inklusive. Zudem wird zweimal der Alte Schlachthof bespielt, in der „Jungen Garde“ gibt es wieder das traditionelle Open-Air und im Flughafen Blues, Boogie und Swing. Insgesamt stehen 25 Veranstaltungen an 15 Orten an, 33 Bands und Solisten aus neun Ländern werden dafür anreisen. Darunter Neulinge und Musiker mit Festival-Erfahrung.

Wenn auch der Umzug ausfällt, ist die Jazz-Meile gerettet; für die Finanzierung des für die Besucher kostenfreien Straßenfestes sucht Schlese allerdings weitere Sponsoren. Denn die von der Stadt geforderte Sondernutzungsgebühr von 17.000 Euro macht ihm arg zu schaffen.

Aufatmen kann dafür das potenzielle Publikum – der Kampf um die Tickets wird mit Unterstützung der SZ erstmals zu einem Vergnügen. Bereits am 19. Oktober ab 9.30 Uhr werden Karten für alle Veranstaltungen und – ebenfalls zum ersten Mal – ohne Begrenzung im QF an der Frauenkirche verkauft. Damit das Anstehen dort nicht zu langweilig wird, spielen die Winkler Brass Band, Porkie & Brass, die Blue Dragon Jazzband und die Dixie-Zwillinge. Ab 21. Oktober gibt es Festivalkarten dann ohne Live-Musik in allen SZ-Treffpunkten.

44. Dixieland-Festival, 11. bis 18. Mai 2014, Dresden