Freude am Spielen

Klavier-Ausstellung auf 1600 m² direkt neben der Dresdner Frauenkirche.
Herzlich Willkommen im DRESDNER PIANO SALON

Sächsische Zeitung - Rückwärts spielen, vorwärts hören

Rückwärts spielen, vorwärts hören

Sächsische Zeitung, Ausgabe vom 15.02.2014, von Nadja Laske.

Ben räumt am Piano Preise ab. Der Zahnfee ist das egal.

Bens Beine baumeln über dem Parkett. Der Klavierhocker ist viel zu hoch für ihn. Mit Bachs Komposition jedoch sitzt der Siebenjährige auf Augenhöhe, die spielt er mit Körpereinsatz aus dem Kopf. Die Stimmen der Kunden im Dresdner Piano-Salon verstummen. Und während der braune Pony des Knirpses beim Anschlagen der Tasten wippt, lauschen sie verblüfft.

Erstaunt hat Ben auch viele Juroren, die dem Jungen in verschiedenen Wettbewerben Preise zusprachen. Zum Beispiel bei „Jugend musiziert“, bei dem er und sein sechs Jahre älterer Bruder Antal vierhändig gewannen. Als jüngster Finalist wurde Ben Erster beim internationalen Steinway-Klavierspiel-Wettbewerb. Vor großem Publikum hat der Chemnitzer schon Konzerte gegeben und schließlich das Fernsehpublikum entzückt: In der ZDF-Sendung „Deutschlands Superhirn Kids“ ließ er sich von dem Pianisten Joja Wendt fünf Klavierstücke rückwärts vorspielen und konnte vier davon benennen.

Nun wird Ben Lepetit in der Kreuzkirche auftreten. Dafür braucht er ein Instrument, und das wählt er sich im Geschäft von Bert Kirsten aus. Der Klavierbauer unterstützt das jährliche Benefizkonzert des Sonnenstrahl e. V. zugunsten krebskranker Kinder und stellt die nötigen Flügel bereit. „Den finde ich am besten“, verkündet Ben, nachdem er etliche ausprobiert hat. „Er geht schön leicht“, sagt er und legt die kleinen Finger auf die Elfenbeintasten des Yamaha-Flügels. „Außerdem ist er sehr klangvoll, und mir gefällt der Mechanismus.“ Zur Erklärung gibt er der Klappe über der Tastatur einen Schubs, und sie schließt sich ganz langsam von selbst. Herunterfallende Klavierdeckel haben schon Pianistenkarrieren gefährdet. Deshalb ist Ben von der Sicherung begeistert. So kann er sich nicht die Finger einklemmen.

Als Dreijähriger begonnen

Die braucht er am 28. März. Zusammen mit fünf Kinderchören, dem Jungen Kammerorchester, einem Bläser-Quintett und der 13-jährigen Violonistin Charlotte Thiele bestreitet er das Programm. Mit dem Klavierspiel begann Ben, als er dreieinhalb Jahre alt war. „Das Instrument hat er sich selbst ausgesucht“, sagt seine Mutter Yi-Lian Lepetit. Zweimal die Woche erhält er Unterricht, dazu eine Stunde Komposition. Pro Tag übt Ben zwei Stunden. „Das tut er freiwillig“, sagt sie, „Die Liebe zum Instrument und zur Musik muss von selbst kommen.“ Als studierte Violonistin weiß sie das gut, auch Bens Vater ist Musiker, er spielt in der Chemnitzer Philharmonie Geige.

Ben braucht Tasten, und davon hat er im Piano-Salon genug. Das Hello-Kitty-Klavier in Rosa lässt er links liegen. Ein Cembalo und das Spinett locken ihn, die will er ausprobieren, bevor es wieder heimgeht zum täglichen Übungsprogramm. Und was ist mit Fußball? Was tut Ben, wenn er mal nicht Klavier spielt? „Komponieren“, sagt er, „und mit meinem neuen Fahrrad fahren. Und essen.“ Dann lacht er breit mit seiner schönen neuen Zahnlücke.

Benefizkonzert in der Kreuzkirche: 28. März, 19 Uhr, Eintritt 14 bis 17 Euro, Karten unter 0351 / 45 96 161

Den Originaltext finden Sie hier.

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