Freude am Spielen

Klavier-Ausstellung auf 1600 m² direkt neben der Dresdner Frauenkirche.
Herzlich Willkommen im DRESDNER PIANO SALON

Sächsischer Bote - Ich dachte, man kann es wagen

Ich dachte, man kann es wagen

Sächsischer Bote, Ausgabe vom 27.09.2014, von Andreas Weihs.

Interview Heute: Bert Kirsten, Inhaber des Pianosalons am Neumarkt

Bert Kirsten ist Inhaber des Pianosalons am Neumarkt. Mit Blick auf die Frauenkirche residiert der Pianosalon dort seit acht Jahren auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern. Das Geschäft gibt es allerdings bereits seit einem Vierteljahrhundert. Mit 16 Mitarbeitern, davon neun Festangestellten, sorgt der Geschäftsinhaber für den guten Ton zuhause und im Konzertsaal. Selbst Sir Elton John spielte schon während eines Konzerts in Dresden auf einem Flügel, den der Pianosalon bereitstellte, ebenso wie für die beliebte Fernsehreihe „Wetten dass ..?“. Am Wochenende steigt nun die große Feier zum Jubiläum. Andreas Weihs sprach zuvor mit Bert Kirsten.

Wie kam es zu diesem hochkarätigen Standort?

Wir waren vorher am Palaisplatz, im Gebäude der Hypo-Vereinsbank. Die hatten infolge des 11. Septembers neue Sicherheitskriterien. Also mussten wir uns etwas Neues suchen.

Wie haben Sie vor 25 Jahren angefangen?

Es ging los, als die Wende noch nicht vollzogen war. Aber es hatte schon schwer geknistert. Ich war mit meiner Klavierbauerausbildung fertig und dachte, man könne es wagen, sich selbstständig zu machen. Ich bin in meinem damaligen Wohnort zur Gemeinde gegangen und nach gefühlten fünf Minuten stand ich wieder draußen und war fortan selbstständig. Ich habe in einer Art Garage im elterlichen Gehöft angefangen, Klaviere zu reparieren. Das hat sich 1989 hervorragend entwickelt. Als erster Ostdeutscher habe ich im „Westen“ meine Meisterausbildung absolviert. Ein Jahr lang Voll-Tageskurs. Montag bis Freitag lernen und am Wochenende Geld verdienen, damit ich mir das Studium leisten konnte.

Wann kam das erste Ladengeschäft?

Das war so um 1993, da hatte ich eine Scheune bei meinen Eltern in Dürrröhrsdorf ausgebaut. Wir hatten damals schon Yamaha, den weltweit größten Musikinstrumentenhersteller, darüber hinaus auch Schimmel, Seiler und Hyundai. Natürlich auch August Förster – dort hatte ich nicht nur gearbeitet, sondern auch am meisten gelernt.

Ist es wirklich so einfach?

In der Regel ist es so, dass man die Instrumente bezahlen muss. Und da hat man eben einen Kredit aufzunehmen – auf eigenes Risiko. Zum Glück erfolgte zu der Zeit eine schnelle Kreditvergabe. Und meine Eltern haben mich sehr unterstützt und auch ihren Hof als Sicherheit angeboten. Sicher gab es auch mal Probleme, beispielsweise für unsere Werkstatt mit Lackieranlage wollten wir ein Grundstück von der Treuhand erwerben. Da tauchten plötzlich die Alteigentümer auf. Wir haben zugesichert, dass wir neun Arbeitsplätze schaffen, das konnten die Mitbewerber nicht. So erhielten wir den Zuschlag und konnten auch durch Eigenleistung innerhalb von zehn Jahren den Gasthof wieder zum Leben erwecken.

Wie verlief ihre wirtschaftliche Entwicklung?

Unsere Entwicklung verlief sicher nicht nur gradlinig, aber im Prinzip ist es jedes Jahr etwas besser geworden. 2013 hatten wir das beste Ergebnis in unserer 25-jährigen Geschichte. Das Instrument Klavier ist langlebig, es ist etwas, das man vererben kann. Somit sind wir kaum den wirtschaftlichen Krisen unterworfen.

Kann sich jeder ein Klavier von ihnen leisten?

Es gibt bei uns restaurierte Klaviere schon ab 2.000 Euro, auch Finanzierungen sind direkt über uns möglich. Wir machen da schon lange nichts mehr mit Banken, weil Freiberufler und Selbstständige kaum einen Kredit bekommen. Das empfinde ich als eine Frechheit. Bei uns kriegt auch eine alleinerziehende Mutter mit vier Kindern einen 60-Monate-Kredit für monatlich 55 Euro, die sie gut berappen kann, um ihrer Tochter ein Instrument zu ermöglichen.

Warum sollen die Leute zu ihnen kommen?

Wir haben pro Preisklasse die preiswertesten Instrumente im Geschäft. Davon viele in reinster deutscher Handwerkskunst, da ist nicht eine Schraube aus Asien. Wir haben August Förster aus Löbau, reinstes Handwerk. Wir haben Rönisch als alten Dresdner Hersteller. Natürlich Yamaha. Ich glaube, da kann jeder Interessent optimal vergleichen und wählen, was für ihn das Beste ist. Es gibt bei uns auch alte Gründerzeit-Instrumente, die wir komplett neu aufgebaut haben. Unser Anliegen ist, dass die Leute dauerhaft Freude haben. Bei uns gibt es zehn Monate Tausch- und Rückgaberecht, sogar zehn Jahre rechnen wir den Nettowert eines Instrumentes zu 100 Prozent an, wenn ein Kunde sagt: Ich möchte ein noch Schöneres haben. Und wir haben ein großes Serviceteam mit fünf Klavierstimmern.

Wie feiern sie das Jubiläum?

Wir feiern an diesem Wochenende mit einigen Veranstaltungen. Das ganze Programm kann man auf unserer Internetseite www.pianosalon.de nachlesen. Wir freuen uns auf viele Gäste.

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