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Ehrung für Optimismus, Charme und Demut

Ehrung für Optimismus, Charme und Demut

Dresden – 24. April 2018. Mit einem Sonderkonzert aus der Reihe der Dresdner Dankeskonzerte ehrten am heutigen Abend Studenten der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden zusammen mit Prof. Sonja Gimaletdinow Alexander Danilowitsch Bytschok, der drei Wochen lang Gast des Vereins „Friedensbrücke – Kriegsopferhilfe“ war und dabei auch Dresden besuchte. Er ist einer der letzten Überlebenden und Zeitzeugen des KZ Buchenwald.

Alexander Danilowitsch wurde 1925 geboren. 1942 wurde er im okkupierten Kiew auf der Straße verhaftet und zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Mit seinen 16 Jahren musste er in einer Mühle schwer arbeiten. Zusammen mit Genossen entschloss er sich zur Flucht, wurde aber bald wieder gefasst und kam nach Buchenwald, eines der furchtbarsten Vernichtungslager.

„Der Krieg bringt nur eines hervor – Unglück, Leid, Tränen und Tod“, so Alexander Danilowitsch, daher wünscht er allen Gesundheit.

Nach der Befreiung am 11. April 1945 gelangte Alexander im Juli 1945 nach Hause nach Kiew zurück. Seine Mutter erkannte den eigenen Sohn nicht, so sehr hatte ihn das Lagerleben verändert. Nachdem Alexander zu Hause den Donbass wieder mit aufgebaut hatte, arbeitete er später als Schlosser in Kiew.

Jedes Jahr geht er am 11. April in seiner Häftlingskleidung mit Nummer nach Buchenwald. Diese Nummer trugen vor ihm fünf Personen. Alexander erinnert sich immer daran, dass er Glück hatte, deren letzter Träger gewesen zu sein.

Das Konzert für Alexander Bytschok war sehr emotional. Viele Menschen waren der Einladung von Prof. Gimaletdinow gefolgt. Studenten der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden spielten Werke von Johann Sebastian Bach, Dmitri Schostakowitsch und Frank Martin.

So erklang „Bist Du bei mir“ von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung für Tuba Quartett. Die Ballade für Flöte und Klavier von Frank Martin und von Dmitri Schostakowitsch das Klavierquintett g-moll op. 57, fünf Stücke für Violine, Flöte und Klavier und noch einmal für Tuba Quartett der berühmte Walzer Nr. 2.

Im Klavierquintett musizierten die Studenten Marianna Storozhenko, Tatjana Dvortsova, Ksenia Guseva, Andriy Huchok sowie Anna Skladannaya und im Tuba Quartett Marius Lentes, Wen Hong Low, Andrej Altergott sowie Thorsten Winkler. Als Flötisten traten Hèctor Rodríguez und Alexander Sidoruk auf und am Klavier Prof. Sonja Gimaletdinow.

Besonders die Blechbläser rührten den Ehrengast zu Tränen, das betonte er in seinem Grußwort. Die Stimmung bewegte sich zwischen festlich, ehrwürdig, aber auch fröhlich und positiv. So erlebten die Besucher Herrn Bytschok als einen lebenslustigen, liebenswerten Herrn mit viel Humor und einer Dankbarkeit, die zu Herzen geht. Es war für alle Beteiligten eine Bereicherung, einem Menschen wie ihm begegnen zu dürfen.

Am heutigen Abend fand etwas ganz Besonderes, Einmaliges im Coselpalais statt und es gilt danke an Alexander Danilowitsch zu sagen, der die Gäste und Mitwirkenden des Konzerts mit seinem unerschütterlichen Optimismus und seinem Charme, aber auch mit seiner Demut vor dem Leben beehrt hat.

Wir danken Prof. Sonja Gimaletdinow für die tatkräftige Unterstützung bei der Berichterstattung und die Bereitstellung der Bilder.

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