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Thüringer Allgemeine - Pianist schwärmt von Eisenachs Bechstein-Flügel

Pianist schwärmt von Eisenachs Bechstein-Flügel

Thüringer Allgemeine, Ausgabe vom 09. April 2019, von Stefanie Krauss.

Mit einem vielfältigen Konzertabend weiht die Stadt das jüngst angeschaffte Instrument im Rokokosaal ein. Indes verzückt innovatives Flötenspiel den Kulturamtsleiter.

Eisenach. „Unser neuer Eisenacher ist sehr temperamentvoll“, kommentierte Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke), als die erste Programmdarbietung – das von Monica Ripamonti interpretierte Scherzo b-Moll Frederic Chopins – im Saal verklungen war. Dass ein Bechstein-Flügel „seine Möglichkeiten erst entfaltet, wenn ein Künstler übersensiblen Typs“ sich seiner bedient, gilt offenbar heute wie vor 150 Jahren. Begeistert sprach Hans von Bülow damals vom Bechstein’schen Farbenklavier“ und stellte den Schöpfer überschwänglich in eine Reihe mit den berühmten Geigenbauern Stradivari und Amati. Richard Wagner pries den „krystalligen, wonnigen Ton“, und für Franz Liszt war jedes verbale Lob des Instruments aus besagten Händen eine Tautologie. Auf jeden Fall kriegte der Meister den metallgerahmten Bechstein nicht kaputt, verriet der Klavier-Experte Arndt-Dietmar Schumann vom Musikverein Neudietendorf augenzwinkernd.

Auch der ins Stadtschloss eingezogene Flügel hat Bewunderer. „Er klingt ganz wunderbar. Man braucht nur wenig tun, eigentlich spielt das Instrument wie von allein und schwebt dabei“, schwärmte Pianist Tomohito Nakaishi.

Mit Eva-Maria Weinreich brachte er deren Eigenkomposition „Das Schloss“ zu Gehör. Ihr vierhändiges Spiel versteht das Duo „Four Te“ virtuos mit gezupften und geschlagenen Tönen zu bereichern und vereint auf diese Weise europäische mit asiatischer Klangästhetik.

Klassisch-romantisch bis modern

Mit dem Namen Flautina – „einem Flötengeist im menschlichen Kostüm“ – kündigte Moderatorin Natalia Alencova die preisgekrönte Flötistin Frederike Rechter an. Im Stück kommen drei verschiedene, im Köcher mitgeführte Flöten zum Einsatz; die Wechsel von einem zum anderen Instrument überbrückt die Solistin mit Pfeif- und Zischgeräuschen. Dass der etwas aus der Reihe tretende Vortrag bei Kulturamtsleiter Achim Heidenreich voll ins Schwarze traf, war unübersehbar. Aus seinem Faible für zeitgenössische Musik macht der Kulturamtsleiter und Musikwissenschaftler keinen Hehl. Zum Gelingen des Abends verhalf vor allem das bürgerschaftliche Engagement von Eisenachern wie auch der Stadt, die den Erwerb des 35.000 Euro teuren Instruments ermöglichten. Heidenreich will den Rokokosaal auch künftig als Ort der Begegnung sehen und zum Diskutieren und Feiern genutzt wissen. Anerkennung zollte er Natalia Alencova, die durch den Abend führte, auch für die Programmwahl zuständig war und die gesamte Bandbreite von klassisch-romantisch bis modern abzudecken verstand.

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