FREUDE AM SPIELEN

Klavier-Ausstellung auf 1600 m² direkt neben der Dresdner Frauenkirche.

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Auf Canalettos Spuren im Coselpalais

Datum: 06. April 2017
Uhrzeit:19:30 Uhr
Ort:Festsaal im Coselpalais
An der Frauenkirche 12
01067 Dresden
Eintritt:€ 5,-
Vorverkauf / Anmeldung:DRESDNER PIANO SALON KIRSTEN An der Frauenkirche 12 01067 Dresden Tel.: 0351 / 49 77 28-0
Festsaal im Coselpalais

Prof. em. Dr.-Ing. Raimund Herz, Emeritus für Stadtbauwesen an der TU Dresden, referiert über das Wirken Bernardo Bellottos, bekannt unter dem Namen Canaletto.

Der Vortrag hat folgende 5 Gliederungspunkte:
(1) Biografisches zu Bernardo Bellotto detto Canaletto
(2) Dresden im Augusteischen Zeitalter
(3) Canalettos Etage in der Salzgasse (Nutzung und Ausstattung der Räume)
(4) Canalettos Camerae Obscurae (Lüftung eines Betriebsgeheimnisses)
(5) Canalettos 5 Dresdner Lieblingsveduten

Lernen Sie Prof. em. Dr.-Ing. Raimund Herz kennen auf www. tu-dresden.de.

Neues über Canaletto

Vor 295 Jahren, am 20. Mai 1722, wurde Bernardo Bellotto, für die Dresdner: Canaletto, in Venedig geboren. Bis zu den internationalen Feierlichkeiten anlässlich der 300. Wiederkehr seines Geburtstages bleiben noch 5 Jahre der Vorfreude und Vorbereitungen in Dresden, wo er länger als in jeder anderen Stadt als Maler wirkte und, nach eigener Aussage, seine glücklichsten Jahre verbrachte.

An seinem 25. Geburtstag hatte er sich von seinen Verwandten und Freunden in Venedig verabschiedet und war nach Dresden gereist, wo ihn die Stelle eines Hofmalers am kursächsisch-königlich polnischen Hof erwartete. Mit seiner um ein Jahr jüngeren Frau Maria Elisabetta und dem noch nicht 5-jährigen Sohn Lorenzo bezog er im Juni 1747 eine ca. 300 m² große Dienstwohnung in der 3. Etage eines Gebäudes, das Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel 1744-46 über dem ehemaligen Pulverturm an der Salzgasse hinter der Frauenkirche errichtete hatte. Diese Wohnadresse wurde erst 2006 bekannt, als Thomas Liebsch sie auf der Beerdigungsliste der ersten in Dresden geborenen Tochter Maria Anna Bellotto entdeckte. Sie ist auf dem Katholischen Friedhof in der Friedrichsstadt begraben und war nur 17 Monate alt geworden.

Vor 10 Jahren entdeckte die polnische Kunsthistorikerin Ewa Manikowska in Vilnius im Archiv der Litauischen Akademie der Wissenschaften im Nachlass des Schwiegersohns von Bernardo Bellotto eine Aufzeichnung in Canalettos Handschrift. Darin zählt er, Raum für Raum, die Schäden auf, die er bei der Bombardierung Dresdens durch die Preußen im Juli 1760 erlitten hatte. In der Fachliteratur war bisher lediglich der Schadenswert in Höhe von insgesamt 50 Tsd. Thaler kolportiert worden, für den Canaletto bei Hofe 1762 um eine Entschädigung gebeten hatte. Dieser Schadenskatalog lässt seine gesellschaftlichen Ambitionen und den hohen Lebensstandard erkennen, den Canaletto vor Ausbruch des Siebenjährigen Krieges in seiner Wohn- und Arbeitsetage erreicht hatte.

Einem Emeritus der TU Dresden ist es inzwischen gelungen, die Raumgrundrisse auf Bellottos Etage in dem barocken Bürgerhaus aus späteren Grundrissen des Coselpalais detektivisch zu rekonstruieren. Somit lässt sich nachvollziehen und anschaulich zeigen, wie Canalettos Gesellschaftsräume und Privaträume, sein Mal-Atelier und seine Dunkelkammer und Druckwerkstatt zueinander lagen und ausgestattet waren.

Dies alles wird am 6. April im Festsaal des Coselpalais zum Thema „Auf Canalettos Spuren im Coselpalais“ präsentiert werden.

Weitere Informationen

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