Freude am Spielen

Klavier-Ausstellung auf 1600 m² direkt neben der Dresdner Frauenkirche.
Herzlich Willkommen im DRESDNER PIANO SALON

Vorstellung des Festsaals Dürrröhrsdorf

Der Festsaal des DRESDNER PIANO SALON in Dürrröhrsdorf-Dittersbach ist ein Gründerzeitbau, typisch gestaltet nach den Regeln des Jugendstils. Bei der Wiederherstellung im Jahr 2004 wurden all diese Elemente sehr sorgsam und liebevoll beachtet, teils wiederhergestellt, teils ergänzt, so dass sich eine zeitgemäße, schöne Einheit ergab.

Meine Absicht war ursprünglich, die für den Saal nötigen Bilder in eben diesem Stil zu erarbeiten, im Sinne Alfons Muchas – vor allem dekorativ, schön. Als ich jedoch an das Publikum dachte, für das dieses Bauwerk neugeschaffen wurde, war mir klar, dass dessen Anliegen Priorität besitzt. Menschen, die in dieser schweren Zeit in vielen Nöten leben, die um den Erhalt der Arbeit, der Existenz, der Familie, der materiellen und kulturellen Werte kämpfen, brauchen keine ihnen wenig sagende Kulisse, sondern Bestätigung, dass die Kunst, die sie an diesem Ort besuchen, Freude und Kraft gibt.

Zeitgenössische Künstler, die wir fast alle kannten oder noch kennen und erleben dürfen, vermitteln uns diese Stärke: Gret Palucca, Jean Weidt, Marcel Marceau und Ralf Herzog, Nina Hagen, Heinz Kretzschmar und die Alvin Ailey-Tänzer, die Schüler der Musikschule Pirna – Klassik und Jazz. Starke, eindeutige Farben sprechen von Arbeit, Kampf und Erfolg, von der Liebe zur Kunst.

Die Bilder sollen nicht als Künstler-Porträts verstanden werden. Die Akteure vermitteln, wie die Musik, die jedem Bild zugrunde liegt, interpretiert werden kann, so dass ein jeder Besucher auf die eine oder andere Art angesprochen wird.

Leonore Thielemann

 

 

Entstehung der Bilder

Technik – Material – Arbeitsweise

Die Bilder sind in Soft-Pastellmalerei ausgeführt. Der Begriff „Pastell“ leitet sich aus dem italienischen Wort „pasta“ ab, welches „Teig“ bedeutet. Farbpigmente werden mit Wasser und wenig Bindemittel angeteigt, in Stiftform gebracht und getrocknet. Pastellmalerei ist eine Trockenmischtechnik. Im Gegensatz zu anderen Maltechniken wirkt hier das Pigment selbst – in einer großen Vielfalt an leuchtenden Volltönen, Schwarz- und Weißausmischungen. Die Lichtbeständigkeit ist unwahrscheinlich hoch, Wärme und Natürlichkeit der Farben können kaum übertroffen werden.

Bei den Festsaalbildern dient als Malgrund Aquarellkarton, auf säurefreien Trägerkarton kaschiert. Die Farben wurden vornehmlich mit den Fingern vermalt und vermischt; das Malgerät ist grundsätzlich der Pastellstift selbst.

Das abschließende Fixieren der Farbflächen bewirkt eine stärkere Haftung auf dem Untergrund.

Auf die eigentlich notwendige Rahmung hinter Glas wurde wegen der dadurch entstehenden Schwere des Bildes verzichtet. So sind sie relativ empfindlich – man soll sie nicht berühren, um den Schutzfilm nicht zu zerstören.

Zur Vorbereitung von Farbbildern werden üblicherweise Bleistiftskizzen angefertigt. Ein Ausprobieren auf dem Malgrund oder gar Übermalen beeinträchtigt die Klarheit der Farben. Die Größe der Festsaalbilder – 2 m hoch – zwang mich (zumal ich kein großes Atelier mein Eigen nenne) zu einer anderen Vorgehensweise: Einmal kauernd, dann auf der Leiter stehend, konnte ich nur das notwendigste Material in den Händen halten – die Stifte. Die Entwürfe musste ich also weitestgehend im Kopf erarbeiten, gut einprägen und so auf das große Format übertragen. Eine leichte Vorzeichnung mit heller Kreide diente als Bestätigung, dass die Figuren richtig platziert waren. Die Arbeit war also mit viel „Auswendiglernen“ und Gymnastik verbunden.

Die Wahl der Grundfarben ist im Wesentlichen auf die Art der Musik bzw. Darstellung bezogen – z.B. blau für das Träumerische, Geheimnisvolle, orange Fanfarentöne, grün das Schrille – „Klangfarben“. Die Hintergründe sind farbeindeutig gehalten, um die Bewegungsabläufe der dargestellten Akteure nicht zu stören. Generell korrespondieren alle Bilderfarben mit der Wand- und Deckengestaltung – ein Glücksfall für die Malerin, wenn sie von Baubeginn an in die Raumgestaltung einbezogen wird. Durch die feinfühlige Restaurierung wurde volle Harmonie erreicht.

Leonore Thielemann

css.php